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Intro: Die Winde von Trondheim und die italienische Grenze

Intro: Die Winde von Trondheim und die italienische Grenze

Sergio Girotto

Jede Revolution hat ihre eigene Geografie. Eine Karte, die nicht nur anhand von Bauplänen und Patenten gezeichnet wird, sondern auch durch Klimazonen, Breitengrade und den unbeugsamen Willen der Menschen.

Die Wiederentdeckung von Kohlendioxid (CO₂) als Kältemittel begann nicht in einem sterilen Sitzungszimmer eines Unternehmens. Sie begann Ende der 1980er Jahre, getragen von den eisigen Winden der norwegischen Fjorde. An der Universität Trondheim verfolgte ein Visionär namens Professor Gustav Lorentzen (1915–1995) eine Idee: dass die Natur und nicht die Chemie die Antworten bereithält, die längst vergessen worden waren. Anfangs war seine Forschung nur ein leises Flüstern, kleine Haushaltswärmepumpen, die Ozeane überquerten, um das japanische „EcoCute“ zu inspirieren. Später richtete sich die Forschung auf mobile Klimaanlagen (MAC), die jedoch nicht zu einer unmittelbaren Industrialisierung führten. Die eigentliche, monumentale Odyssee, die Zähmung von CO₂ für die gewerbliche Kältetechnik, schien jedoch eine thermodynamische Chimäre zu sein. Sie galt als zu gewagt, zu komplex und kommerziell uninteressant.

1996 verlagerte sich die Grenze jedoch in die Industriegebiete Italiens. Diese Anwendung wurde zunächst nicht berücksichtigt, da sie als komplex und kommerziell uninteressant galt.

Heute haucht dieser unsichtbare Strom den stählernen Herzen von mehr als 100.000 Anlagen auf allen Kontinenten Leben ein und treibt Hochleistungswärmepumpen, Fernwärmenetze und gewaltige Industrieanlagen mit Leistungen bis zu 2 Megawatt an. Ich habe beschlossen, diese Geschichte zu dokumentieren und eine dreißigjährige Reise in sieben Kapiteln zusammenzufassen.

Ich bin Sergio Girotto, Gründer von Enex und Ehrenpräsident von Enex Technologies. Ich habe als eine der Schlüsselfiguren der CO₂-Entwicklung selbst Hand angelegt und die gesamte Geschichte in sieben Kapiteln zusammengefasst.



Dies ist meine Reise.

Bevor wir aufbrechen, sollte ein guter Wanderer seine Weggefährten ehren.

Ein tiefer, aufrichtiger Dank gilt den Pionieren, die Staub und Druck dieser Reise geteilt haben: Silvia Minetto – ITC-CNR (I), Gerald Heinzmann und Kurt Goetz – Kältering (CH), Raphael Gerber and Jonas Schönenberger Frigoconsulting (CH), Massimo Lorenzi – Realtime srl (I), Armin Hafner, und Petter Neksa – Sintef (N). Ein besonderer und unvergängliche Dank gilt schließlich Ingenieur Mario Dorin, einem wahren, unermüdlichen Meister des Unmöglichen.