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Enex Technologies Showroom

Kapitel 5: Der Ejektor – ein unerwartetes Wunder in den Rohrleitungen

Kapitel 5: Der Ejektor – ein unerwartetes Wunder in den Rohrleitungen

Sergio Girotto

Zwischen 2009 und 2013 galt die transkritische CO₂-Technologie noch immer als Nischenlösung. Für Enex war dies eine Zeit außergewöhnlichen Wachstums. Wir versuchten nicht, die breite Masse zu überzeugen, sondern konzentrierten uns konsequent auf die wenigen Kunden, die an die Zukunft natürlicher Kältemittel glaubten, und verfeinerten die Technik kontinuierlich.

2009 erwarb die finnische Gruppe Huurre eine Minderheitsbeteiligung an Enex. Der Wind des Kapitals blähte endlich unsere Segel. Diese Transaktion öffnete uns die Türen nach Skandinavien und in das Vereinigte Königreich. Innerhalb weniger Monate stieg der Umsatz deutlich an, und unser Ruf als „Innovationsboutique“ festigte sich durch Installationen an prestigeträchtigen Standorten, etwa im Kaufhaus Harrods in London.

Während große Industriegruppen CO₂ noch mit Vorsicht betrachteten oder über Akquisitionen sondierten (die Dover-Gruppe übernahm Advansor und Carrier übernahm Green & Cool), reagierte Enex mit maßgeschneiderter Ingenieurskunst und unbeirrbarer Überzeugung.

Doch unser größter Durchbruch entstand nicht in einer Unternehmenssitzung, sondern aus einem glücklichen Irrtum.

Der „Ejektor“ war in der Kältetechnik ein beinahe mythisches Objekt. Er wurde um 1850 in Frankreich entwickelt, um die Energie der Expansion zur Verringerung der Verdichterarbeit zu nutzen, war jedoch ein hoffnungsloses Stück Metall geblieben, bis SINTEF in Trondheim um 2010 seine Konstruktionspläne wieder aufgriff.

Bei Enex testeten wir ihn auf einer Wärmepumpe, als etwas schiefging. Die Leistung entsprach nicht den Berechnungen. Als wir das widerspenstige Bauteil genauer betrachteten, traf uns die Erkenntnis wie ein Blitz: Es versagte zwar bei seinem eigentlichen Zweck, verhielt sich jedoch wie eine großartige, energieeffiziente „Flüssigkeitspumpe“.

Die Situation führte zu einer entscheidenden Frage: „Was wäre, wenn wir sie zur Umwälzung des Kältemittels in Verdampfern einsetzen würden?“. So entstand das Konzept des überfluteten (oder teilüberfluteten) Verdampfers.

Das Ergebnis war beeindruckend: In der Lahti-Region in Finnland steigerte diese zufällige Entdeckung im Jahr 2010 die Effizienz der Anlage um erstaunliche 20 bis 25 %. Es war ein technologisches Erdbeben, durch Patente geschützt, das die Regeln der Kältetechnik veränderte.

Während Finnland ein beträchtliches Verkaufsvolumen garantierte, verwandelte die Schweiz sich erneut in unser Freiluftlabor. Gemeinsam mit Partnern wie Frigo Consulting und Kältering und perfektionierten wir 2011-2012 die Integration des Ejektors in den Economizer-Kreislauf.

Anfangs produzierte Enex die Ejektoren direkt nach einem von Sintef entwickelten Entwurf. Später wurden weitere Lösungen verfügbar. Ab 2015 entwickelte Danfoss den „Multiejektor“, einen industriellen Durchbruch. Carrier und Carel entwickelten die Schrittmotorregelung für ihre Ejektoren.

Diese Konfiguration beseitigte eine historische Einschränkung: Sie ermöglichte den kontinuierlichen und stabilen Betrieb des Ejektors unter allen Umgebungsbedingungen, ohne dass komplexe Regelungseinrichtungen erforderlich waren.

In der Schweiz ermöglichte die Zusammenarbeit zwischen Frigoconsulting, Kaeltering und Enex erste Tests mit weiteren Geräten, beispielsweise mit einem Expander. Der Ejektor war diesem theoretisch effizienteren Gerät jedoch aufgrund seiner konstruktiven Einfachheit und seiner hohen Zuverlässigkeit überlegen.

Dank der renommierten Anlagen in der Schweiz und in Skandinavien öffnete sich der osteuropäische Markt unerwartet. Einige große Handelsketten entschieden sich, CO₂ in Rumänien und Polen für ihre Hypermärkte einzusetzen.

Unsere „extreme“ Technologie war zu unserer besten Visitenkarte geworden und ermöglichte es uns, noch stärker als zuvor weiterzuwachsen.